Die Schlacht. Diomedes verwundet den Kriegsgott
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Auch die beiden Aiasse, hinter denen ein ganzes Gewühl von Fußvolk drängend einherzog, machten sein Auge vor Freude leuchten, desgleichen der greise Nestor. Der ehrwürdige König von Pylos ordnete gerade seine Heerhaufen: voran die Streitwagen, dahinter das Fußvolk, außen die Tapferen, innen die Feigen. "O herrlicher Greis", rief ihm Agamemnon zu, "möchten dir doch deine Knie gehorchen und die Kraft deiner Arme dem muterfüllten Herzen folgen! Warum kann dir die Last des Alters nicht ein anderer abnehmen, dass du wieder zum Jüngling würdest!" "Wohl möchte ich sein, der ich einst war, Völkerhirt", erwiderte ihm Nestor, "aber die Götter gewähren uns nicht Leibeskraft und Weisheit zur gleichen Zeit. Mögen also die Jüngeren Speere werfen, ich begleite meine Männer mit befeuerndem Wort und klugem Rat!" Freudig winkend schritt Agamemnon an ihm vorüber. Jetzt stieß er auf Menestheus, den Anführer der Athener, und Odysseus, der die dichten Schlachtreihen der Kephallenier befehligte. Er fand sie saumselig, sie ruhten und ließen andere voranstürmen. Der König schalt sie darob heftig aus. "Wenn wir Braten schmausen und Wein trinken, seid ihr immer die ersten - und nun?" rief er. Aber Odysseus sah ihn finster an und antwortete: "Schwatze nicht voreilig dummes Zeug, Atride, sondern warte, bis wir uns ins Getümmel mischen, dann wirst du mich in der vordersten Schlachtreihe finden wie immer!" Lächelnd begütigte Agamemnon den Zürnenden: "Ich weiß, edler Sohn des Laertes, du bedarfst weder des Tadels noch der Ermahnung, alles bedenkst und vollführst du aufs beste. Auch bist du im Herzensgrunde so milde wie ich, darum lass uns nicht harte Worte wechseln!" Er wandte sich ab und fand auf einem herrlichen Streitwagen Diomedes, den Sohn des Tydeus, neben seinem Freund und Wagenlenker Sthenelos. Auch ihn prüfte er mit verdrießlichem, aufreizendem Anruf: "Was stehst du und blickst bange ins Treffen? So blickte dein Vater nicht, als er gegen Theben zog! Den sah man immer mitten in der Arbeit!" Diomedes schwieg auf diesen Verweis seines Feldherrn. Sthenelos wollte scharf erwidern, aber Diomedes verwehrte es ihm. "Schweig", sagte er, "ich verarge es Agamemnon nicht, dass er die Griechen zum Kampf auf stachelt. Wenn wir siegen, wird ihm Ruhm zuteil, aber unendlicher Gram, wenn wir unterliegen, darum lass uns unsere Pflicht tun." So sprach Diomedes und sprang mit gezücktem Schwert vom Wagen, dass das Erz um seine Brust klirrte. Indessen zogen die Griechen Haufen an Haufen in die Schlacht. Wie Meereswogen sich ans Gestade wälzen, so wälzten sich die Männerscharen gegen die Front der Troer. Schweigend schritten die Krieger einher, nur die Heerführer riefen laut ihre Befehle. Bei den Troern freilich herrschte Gelärm und Geschrei. Wie eine Herde blökender Lämmer kamen sie heran, alles redete und rief ungeordnet durcheinander. Vieler Völker Sprachen tönten aus ihren Reihen, auch der Schlachtruf der Götter hallte darein. Ares stand auf ihrer Seite und ermunterte sie mit rauer Stimme; die Griechen feuerte Pallas Athene an.

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