Iason und das goldene Vlies
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Pelias besann sich schnell und erwiderte freundlich: "Ich will dir geben, was du forderst, wenn du auch mir eine Bitte erfüllst und eine Tat für mich vollbringst, welche dir, dem Jüngling, besser ansteht als mir, dem schwachen Greis. So höre: Allnächtlich erscheint mir der göttliche Phrixos im Traum, des Boioterkönigs Athamas Sohn, und verlangt von mir, ich solle über das finstere Meer nach Kolchis reisen, wo seine Gebeine ruhen, und von dort das Fell des goldenen Widders zurückholen, das König Aietes bewacht. Auf, Iason! Dein ist der unsterbliche Ruhm, den dies Unternehmen mit sich bringt. Kehrst du mit der herrlichen Beute, dem Goldenen Vlies, zurück, so sollst du Reich und Zepter in Besitz nehmen!" Wie war das Goldene Vlies nach Kolchis am Schwarzen Meer gekommen, in das wilde, von dunklen Wäldern bedeckte Reich, und was war es überhaupt? Phrixos, König Athamas' Sohn, hatte unter dem Hass seiner Stiefmutter Ino viel zu leiden. Seine echte Mutter Nephele war eine Wolkengöttin, und als diese die Qualen, die ihr Kind zu erdulden hatte, nicht mehr länger mit ansehen konnte, kam sie eines Tages herbei und raubte den Knaben mit Hilfe seiner Schwester Helle, die gleichfalls ihr Kind war. Sie setzte die beiden auf einen geflügelten Widder, dessen Fell von gediegenem Gold war - sie hatte ihn von Hermes zum Geschenk erhalten -‚ und auf diesem Wundertier ritten Bruder und Schwester nun durch die Lüfte hoch über Länder und Meere hin. Unterwegs wurde das Mägdlein von jähem Schwindel erfasst. Es stürzte in die Tiefe und fand den Tod in den Wellen jenes Meeres, das noch heute nach ihr den Namen Hellespont trägt, "das Meer der Helle". Phrixos aber kam glücklich ins Land der Kolcher am Schwarzen Meer. Dort nahm ihn König Aietes freundlich auf und gab ihm eine seiner Töchter zur Gattin. Den Widder opferte Phrixos zum Dank für die Rettung und die gut überstandene Reise dem Zeus.

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