Heimkehr und dunkles Ende
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Uralte Lieder aber wissen es anders: Absyrtos war noch ein Knabe, als Iason erschien, und Medeia nahm den kleinen Bruder mit auf das Schiff, das sie und den Geliebten hinwegführte. König Aietes verfolgte selbst die Räuber, und als die Flotte der Kolcher immer näher kam, ergriff Medeia ein Schwert, tötete ihren Bruder und hieb ihn in Stücke, die sie ins Meer verstreute. Voll Schmerz befahl Aietes seinen Schiffern, die Glieder seines Kindes Absyrtos, die im Wasser umherschwammen, einzusammeln. Während er sich damit aufhielt, gewannen die Argonauten mit der Zauberin an Bord das Weite und gelangten endlich heim nach Iolkos. Die Ehe Iasons mit Medeia endete nicht glücklich. Obwohl der Held das Goldene Vlies in die Heimat gebracht hatte, verweigerte ihm sein Oheim Pelias den Thron von Iolkos. Iason musste ihn seinem Vetter Akastos überlassen und mit Medeia nach Korinth flüchten. Hier lebte er mit seiner jungen Gemahlin zehn Jahre lang. Während dieser Zeit gebar Medeia zwei Söhne. Sie wurde von allen ob ihrer Schönheit und ihres edlen Sinnes geliebt und verehrt, auch von Iason, der sie niemals fühlen ließ, dass sie eigentlich eine Barbarin aus einem finsteren Lande war und keine Griechin. Als aber ihre Reize verblühten, ließ sich Iason von Glauke, der schönen Tochter des Korintherkönigs Kreon, betören und bat Medeia, ihn freizugeben. "Siehe", sagte er zu ihr, "wir sind hier in Korinth Flüchtlinge, Fremdlinge. Heirate ich aber mit deiner Einwilligung dieses Mädchen, so bin ich dem Königshause verwandt, und unsere Kinder werden es besser haben." Trotz Medeias entrüsteter Weigerung vermählte sich Iason mit der schönen, jungen Glauke. Aber Medeia, die wie eine Irre Tag und Nacht den Palast durchstreifte und den Zorn der Götter auf den treulosen Gatten, dem sie Heimat und Würde geopfert hatte, herabbeschwor, rächte sich furchtbar an ihm und seinem Kebsweib. Sie schickte der Braut herrliche goldene Gewänder, deren Gewebe jedoch vergiftet war und das Mädchen unter furchtbaren Qualen verbrannte; dann ermordete sie ihre beiden Knaben, zündete den Palast an und schwang sich auf einem mit Drachen bespannten Wagen, den ihre Zauberkunst herbeigerufen hatte, durch die Lüfte davon, Iason in tiefster Verzweiflung und Einsamkeit zurücklassend. Stöhnend wie ein weidwundes Tier schlich sich Iason bei Nacht und Nebel aus Korinth fort an den Isthmos, wo die "Argo", das heilige Schiff, mit welchem er einst seine Ruhmesfahrt begonnen und vollendet hatte, aufgebockt am Strande lag. Iason hatte es nach seiner Rückkehr dem Gotte Poseidon geweiht. In seinem Schatten saß er nun oft und blickte lebensmatt und zu Tode traurig über das Meer hinaus, bis das morsche Schiff eines Tages plötzlich zusammenstürzte und den Unglücklichen unter seinen Trümmern begrub. Als auch der letzte Span der "Argo" zu Staub verfallen war, wurde das wunderbare Fahrzeug von den Göttern in den Himmel entrückt, wo es als leuchtendes Gestirn noch heute am südlichen Firmament erglänzt

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