König von Athen
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Erst jetzt wurde aus Athen eine richtige Stadt, die diese Bezeichnung verdiente. Auch ihr Name nach Pallas Athene, der Göttin der Weisheit und klugen Kriegsführung, nach der Beschützerin des Ölbaums und der weiblichen Handarbeit, wurde jetzt erst allgemein gebräuchlich; vorher hatte der Ort nur Kekropsburg geheißen und der befestigte Hügel in seiner Mitte Kekropia nach Kekrops, dem erdentsprossenen Gründer der Stadt. Athene aber war dem Haupte des Zeus entsprungen.
Vor Theseus' Zeit standen um den Burgberg von Athen, die sogenannte Oberstadt oder Akropolis, nur einige wenige Bürgerhäuser, nun aber wurden es ihrer immer mehr, und herrliche Tempel überragten sie.
So hatte Theseus die Edlen wie auch die Landbauern und Handwerker zu gedeihlicher Friedensgemeinschaft zusammengeschlossen und seine Königsgewalt dem Rate der Adeligen und des Volkes unterstellt. Die Erde hatte vor ihm keinen weiseren Herrscher gesehen.
Während nun Theseus damit beschäftigt war, den Stadtstaat zu ordnen, den Dienst seiner erhabenen Schutzgöttin und seines Nennvaters Poseidon, der den König stets begünstigte, einzurichten und auszubauen, und während er auf dem Isthmos von Korinth die heiligen Kampfspiele begründete, wurde Athen von einem seltsamen, ja unerhörten Kriege heimgesucht.
Theseus war nämlich gleich anderen Helden seiner Zeit in jungen Jahren an der Küste des Amazonenreiches gelandet. Ein schönes, streitbares Mädchen namens Antiope hatte ihm im Auftrage der Königin Gastgeschenke überbracht, Theseus hatte sie auf sein Schiff eingeladen, und als die schöne Amazone es betrat, war er mit seinem reizenden Raube davongefahren. Das mutige Mädchen war dem herrlichen Helden nicht ungern gefolgt, sie hatte ihm, in Griechenland angekommen, die Hand zum Bunde gereicht und war Königin von Attika geworden.
Das Weibervolk der Amazonen aber war über Theseus' freche Tat empört, doch wagte es lange nicht, ihn anzugreifen. Jetzt erst - die Sache schien längst vergessen, Jahre waren darüber hinweggezogen - erschienen die kühnen Streiterinnen ganz unvermutet auf attischem Boden und griffen den Staat der Athener an, den sie für noch nicht stark und gesichert genug erachteten. Ihre Flotte landete, die Mädchen umzingelten die Stadt und brachen im Sturm in sie ein. Mitten in ihr errichteten sie ein festes Lager.
Die erschrockenen Athener hatten sich auf den Burgberg geflüchtet und dort mit dem König verschanzt. Lange Zeit lagen beide Heere untätig einander gegenüber, einer scheute den andern. Endlich brachte Theseus dem Gott des Schreckens ein Opfer dar und befahl den Angriff. Lange schwankte das Kriegsglück, bis zum Tempel der Erinnyen wurden die Athener zurückgedrängt, so mächtig war der Ansturm des Weiberheeres. Schließlich aber gelang es, die wütenden Mädchen zu überwältigen und ihrer viele zu töten.
Antiope, die Königin, hatte in der Schlacht an der Seite ihres Gemahles gegen die eigenen Schwestern mitgefochten, so sehr liebte sie den Helden. Ein Wurfspieß traf sie und streckte sie tot zu Boden. Zu ihrem Gedächtnis errichteten die trauernden Athener später, als der Friede mit den Amazonen geschlossen war und diese in ihr Land zurückkehrten, eine herrliche Säule inmitten der Stadt.
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Die Hochzeit des Peirithoos »