Des Helden Geburt und Ausfahrt
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Aithra gebar auch wirklich einen Sohn, den sie Theseus nannte. Für seine Erziehung sorgte König Pittheus, der Großvater, und weil er, gebunden an den Auftrag seines Freundes Aigeus, niemandem verraten durfte, wer des Kindes wahrer Vater sei, so verkündete er vor allem Volke, Theseus sei ein Sohn des Poseidon. Da freuten sich die Troizener, die als wagemutige Seefahrer dem großen Meeresgott besonders zugetan waren. Ihm pflegten sie auf allen Altären zu opfern, ihm die ersten Früchte des Jahres darzubringen, ihn hatten sie zum Schutzherrn der Stadt erwählt, in deren Wappen Poseidons Dreizack prangte. Die biederen Männer und Frauen empfanden es als Ehre, dass der Gott die Tochter ihres Königs seiner Liebe gewürdigt habe; sie rüsteten Opfer und flehten den Segen des Himmels auf das Haupt des Kindes herab. Als Theseus zum Jüngling herangewachsen war, Körperstärke und Kühnheit, klare Einsicht und festen Sinn zeigte, da führte ihn seine Mutter hinab an den Meeresstrand zu dem Felsstück, unter welchem die Sandalen und das Schwert des Aigeus lagen, und sagte ihm die Botschaft seines echten Vaters. Hell leuchteten die Augen des Jünglings auf. Unverzüglich stemmte er sich gegen den Stein und wälzte ihn mit Leichtigkeit von der Stelle. Er band sich die Sohlen unter die Füße, hängte sich das Schwert an die Seite und kehrte mit seiner Mutter zurück in die Stadt, um sich vom Großvater zu verabschieden. König Pittheus wollte dem Enkel ein gutes Schiff ausrüsten lassen, aber Theseus weigerte sich standhaft, nach Athen zu segeln. "Was würde der Gott, den alle meinen Vater nennen, sagen, wenn ich die Reise als Feigling im sicheren Schoße seiner Gewässer zurücklegte, anstatt mich mutig den Gefahren der Wanderschaft über das feste Land auszusetzen?" rief er. "Und was würde mein wahrer Vater sagen, wenn ich in Athen ankäme mit unbestäubten Schuhen und unblutigem Schwert? Habe ich nicht als Kind den großen Herakles mit eigenen Augen gesehen, als er in Troizen zu Gast weilte? Habe ich nicht in meinem Unverstande die Axt gegen seine Löwenhaut erhoben, die er während des Mahles abgelegt hatte und die ich für einen lebendigen Löwen hielt? Nein, wer einen solchen Helden schaute und sich zum Vorbild nahm, den schreckt nichts auf Erden. Mag mir auf meiner Wanderung zum Vater begegnen, was will, ich nehme den Weg durch die Wälder!" Diese Rede gefiel Pittheus, der in jungen Jahren selbst manches Heldenstück geliefert hatte. Er umarmte den Enkel, und Theseus verließ, von den Segenswünschen seiner Mutter begleitet, das Haus.

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