Die siebente bis zehnte Arbeit
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Die Bistonen aber setzten ihm, wohlgepanzert und schwerbewaffnet, nach und griffen ihn an. Herakles musste sich umwenden und gegen sie kämpfen. Die Stuten gab er indessen seinem Lieblingsgenossen Abderos zu bewachen.
Kaum war Herakles fort, da erwachte in den Stuten wieder ihre Begierde nach Menschenfleisch, und als Herakles die Bistonen in die Flucht geschlagen hatte und zurückkehrte, fand er den Freund von den Stuten zerrissen. Herakles brach in die Knie, schlug sich an die Brust und raufte sein Haar vor Trauer um den geliebten Wegbegleiter. Ihm zu Ehren gründete er die berühmte, blühende Hafenstadt Abdera.
Hierauf bändigte er die Stuten von neuem und brachte sie glücklich nach Mykenai.
Eurystheus weihte die herrlichen Pferde der Göttermutter Hera. Viele berühmte Pferde stammten von diesen heiligen Tieren ab, darunter auch der Bukephalos, das Pferd, das der große König Alexander von Makedonien ritt.
Als Herakles wieder für sich allein war, gesellte sich die jungfräuliche Tochter des Zeus zu ihm und sprach: "Oh Herakles, Wunderbares hast du errungen! Kein Wagenlenker auf der Rennbahn darf sich mit dir als Rossebändiger vergleichen. Die Pferde des Diomedes hast du überwältigt - von nun ab wirst du die allerwildesten Rosse, die es gibt, zu bändigen vermögen und jedes von ihnen mit besonderem Zügel lenken können, nämlich deine Gedanken, deine Gefühle und deinen Willen. Nicht mehr werden sie durcheinander springen, mit Mäulern und Hufen einander Wunden zufügend. Nein, als ein gutes Gespann werden sie dir einträchtig gehorchen, dir selber zum Ruhm, uns Himmlischen zur Lust."
So sprach die Göttin, winkte und entschwand.
Nun sollte Herakles das neunte Abenteuer bestehen. Die Königin der Amazonen, Hippolyta, hatte vom Kriegsgott Ares einen kostbaren Gürtel geschenkt bekommen, den sie zum Zeichen ihrer Herrscherwürde stets um die Hüften trug. Ihr diesen Gürtel zu entreißen und ihn nach Mykenai zu bringen, das war der Auftrag, den Eurystheus dem verhassten Herakles erteilte.
Doch ehe sich Herakles ins Land der Amazonen aufmachte, begleitete er den Helden Iason auf dessen todesmutigem Zuge mit den Argonauten nach Kolchis zum Goldenen Vlies. Er gelangte aber nicht bis dorthin. Das Schicksal trennte ihn bald von den kühnen Seefahrern, indem es ihm seinen geliebten Gefährten, den Knaben Hylas, raubte und den vor Schmerz halb Wahnsinnigen kreuz und quer durch das wildeste Waldgebirge trieb.
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