Die ersten drei Arbeiten
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Lange mühte sich der Held vergebens, dem Bezwungenen die Haut abzuziehen, es wollte ihm nicht gelingen: kein noch so scharfes Eisen schnitt sie, kein noch so spitzer Stein durchbohrte sie. Erst als er dazu die Krallen des besiegten Löwen nahm, konnte er sie aufschlitzen und abweiden. Später verfertigte sich Herakles aus dieser Löwenhaut einen Panzer und verwendete den mächtigen Kopf als Helm, wobei der auf gerissene Rachen sein Gesicht umrahmte. Für jetzt aber hängte er das Fell des Nemeischen Löwen über seinen Arm und machte sich so auf den Rückweg nach Tiryns. Als König Eurystheus ihn mit der Hülle des grässlichen Tieres daherkommen sah, geriet er über die göttliche Kraft des Helden in solche Angst, dass er stracks in ein eisernes Fass kroch und den Halbgott auch nicht mehr vor sich kommen ließ, sondern ihm seine Befehle über die Mauer zustellen ließ. Pallas Athene aber, die an Zeus' Seite vom Olymp aus dem Kampfe beigewohnt hatte, stand plötzlich in strahlendem Lichte vor dem Helden und sagte: "Heil dir, Herakles, du hast deinen angeborenen Mut durch einen neuen, weit größeren ersetzt, der dich niemals verlassen und dir immer gehorchen wird! Du bist selbst ein Löwe geworden und trägst das Fell zu Recht." Grüßend hob sie den Schild und entschwand. Die zweite Arbeit des Helden war es, eine neunköpfige Schlange von ungeheurer Größe, die Lernaiische Hydra, zu erlegen. Im Sumpfe von Lerna in Argolis war sie herangewachsen. Nun kroch sie ans Land, zerriss die Herden und vergiftete mit ihrem Atem die Felder, so dass alle Früchte abfaulten und Pestdunst über den Schollen lag. Von ihren neun Häuptern waren acht sterblich, jedoch das neunte, in der Mitte stehende, unsterblich. Herakles bestieg unverzüglich einen Wagen, den sein Neffe Iolaos lenkte, und fuhr damit wie im Fluge nach Lerna. Nach einigem Suchen fand er an einem Hügel die Höhle der Schlange. Er ließ halten, sprang vom Wagen und trieb die Hydra mit brennenden Pfeilen aus ihrem Schlupfwinkel. Schaurig zischend schoss das vielköpfige Ungeheuer aus seinem Erdspalt hervor. Wie Äste eines Baumes im Sturm schwankten die neun Häupter auf den emporgereckten Hälsen. Herakles aber ging unerschrocken auf sie zu, packte bald diesen, bald jenen Hals und hieb ihnen mit einem Sichelschwert die Köpfe ab. Aber es war vergebliche Mühe, denn kaum war ein ekles Haupt abgeschlagen, wuchsen aus dem Stumpf im nächsten Augenblick zwei neue hervor. Auch kroch plötzlich ein Riesenkrebs heran, der der Hydra half und den Halbgott am Fuß packte. Herakles erschlug den Krebs mit seiner Keule. Dann rief er Iolaos zu Hilfe, der schon eine brennende Fackel vorbereitet hatte und mit dieser den nahen Wald anzündete.

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