Zeus und seine Kinder
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Die meisten von ihnen waren Kinder des Zeus, des Göttervaters. So schenkte ihm die Uranostochter Themis die Horen, die getreuen Walterinnen der Jahreszeiten, Göttinnen der Blüte, des Wachstums und der Frucht. Die Titanin Leto schenkte ihm das strahlende Zwillingspaar Apollon und Artemis. Lange musste sie, von der eifersüchtigen Hera verfolgt, über die Erde irren, nirgends fand sie eine Stätte, wo sie ihre Kinder zur Welt bringen und aufziehen konnte. Endlich befestigte Poseidon, der Meeresgott, die noch frei umherschwimmende Insel Delos mit mächtigen Säulen am Grund und bot sie der irrenden Titanin als Heimat an. Hier weilten Apollon, der Gott des Lichtes und Gesanges, und Artemis, die Göttin der Jagd, gerne in Gesellschaft ihrer Mutter, wenn ihr Amt sie nicht gerade auf den Olympos oder in die Gefilde der Sterblichen rief. Apollon verbrüderte sich so eng mit Helios, dem Sonnengott, dass dessen goldflammender Strahl aus seinen Augen brach und die Menschen ihn mitunter an Stelle des leuchtenden Titanensohnes auf dem Feuerwagen durch das Himmelsgewölbe den hohen Götterboten mit den geflügelten Füßen. Er war ein Sohn des Zeus und der Bergnymphe Maia. Kurz nach seiner Geburt entführte er dem Apollon eine herrliche Rinderherde, die ihm der zürnende Lichtgott jedoch überließ, als ihm Hermes dafür die von ihm soeben erfundene Leier anbot, auf deren Saiten Apollon fortab so wunderbar spielte. Auch die gelochte Flöte erfand Hermes, und Apollon bot ihm dafür einen zaubergewaltigen goldenen Stab, um den sich zwei Schlangen winden. Mit diesem leuchtenden Stabe zog Hermes die Seelen der Toten hinter sich her in die Unterwelt, mit ihm begleitete er die Wanderer und Kaufleute zu Fuß und zu Schiff, mit ihm konnte er einschläfern und heilen, mit ihm trat er als Friedensbringer vor sterbliche und unsterbliche Wesen hin und überbrachte ihnen, ein rechter Erzengel des alten Himmels, die Botschaft vom Willen seines Vaters Zeus. Arkadien war die Heimat des Hermes, hier in dem wonnereichen Hirtenland war er geboren worden, hier wurde er am meisten verehrt, und hier schenkte ihm die Nymphe Dryope seinen mächtigen Sohn Pan. Es war kein schöner Gott, den sie da geboren hatte: raues Fell bedeckte seinen Leib, aus seiner Stirne sprosste ein Hörnerpaar, spitz waren seine Ohren, und ob er gleich aufrecht ging, so hatte er doch Bocksbeine mit Hufen und Zotteln, und ein Stummelschwanz zierte das untere Ende seines Rückens - kein Wunder, dass seine Mutter über ihren Sohn erschrak und vor ihm die Flucht ergriff. Doch wenn er von einem hohen Hügel Ausschau hielt über das grünende, blühende Arkadien oder wenn er, in kühler Grotte sitzend, sich dämmerndem Traume überließ, dann wohnten alle Götter und Dämonen der oberen wie der unteren Welten in seiner gewaltigen, grenzen-losen Seele, und nicht umsonst hieß er Pan, das heißt: All.

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